3 Fragen, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie anfangen, ein Drehbuch zu schreiben

3 Fragen, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie anfangen, ein Drehbuch zu schreiben

Negative Überraschungen können extrem frustrierend sein. Damit Ihr Traum vom ersten eigenen Drehbuch nicht zum Albtraum wird und es zu keinem bösen Erwachen kommt, sollten Sie sich also unbedingt ein paar grundlegende Fragen stellen, bevor Sie mit dem Schreiben Ihres Drehbuchs beginnen. Diese lauten:

  • Kann ich notfalls auch längere Phasen ohne Einkommen überbrücken?
  • Bin ich gefestigt genug, um mit harter Kritik umgehen zu können?
  • Wie viel Herzblut hängt an meinem Stoff?

In diesem Artikel möchten wir gerne auf die Notwendigkeit eingehen, sich diese Fragen zu stellen und Ihre Einstellung dazu genaustens zu prüfen.
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Längere Phasen ohne Einkommen

Machen wir uns nichts vor. Wie wir Ihnen schon in dem schonungslosen Beitrag hinter die Kulissen der Entstehung eines Drehbuchs gezeigt haben, vergeht von Ihrer ersten Idee bis zur tatsächlichen Realisierung viel Zeit. Oftmals liegt es hierbei leider nicht in Ihren Händen, ob der Stoff überhaupt realisiert wird. Gerade das Stemmen der Finanzierung kostet die verantwortlichen Produzenten viel Zeit. Erst mit der Ausarbeitung eines Drehbuchvertrags und im Laufe der darauf folgenden Schreibphasen fließt wirklich Geld für Sie.

In Deutschland können leider nicht viele Autoren alleine vom Drehbuchschreiben leben.

Wenn Sie also Ihren Traum leben möchten, so sollten Sie unbedingt im Vorfeld prüfen, ob Sie notfalls eine längere Durststrecke durch andere Tätigkeiten überbrücken könnten. Sobald der Drehbuchvertrag steht, ist Drehbuchschreiben eine durchaus auch in Deutschland recht lukrative Angelegenheit. Reich werden Sie damit zwar nicht, aber Sie können von den Gagen gut leben. Da aber einem Schreibauftrag immer eine Ausarbeitung Ihres Stoffs vorausgeht, die leider nur sehr überschaubar vergütet wird, gleicht das Leben eines Drehbuchautors einem Wechselbad. Mal fließt kaum Geld und dann wieder sehr viel. Prüfen Sie also, ob Sie auch Durststrecken überbrücken können!

Die Kritikfähigkeit

Uns Autoren sagt man gemeinhin nach, dass wir sehr sensible Wesen sind. Der Topos des exzentrischen Künstlers ist auch heute noch weit verbreitet. Dennoch bläst einem Drehbuchautor im Laufe des Entstehungsprozesses durchaus viel Gegenwind ins Gesicht. Fernsehredakteure, Filmproduzenten, Regisseure und selbst Schauspieler üben von Zeit zu Zeit mitunter sehr vernichtende Kritik auf den Drehbuchautor aus. Hier gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Exzentriker sind in dieser Branche nämlich nicht gerne gesehen. Das Zauberwort, das in den Werkzeugkoffer eines jeden Drehbuchautors gehört, lautet immer Diplomatie.

Um diplomatisch mit allen Formen von Kritik umgehen zu können, ist es allerdings sehr wichtig, dass Sie sich von dieser nicht fertigmachen lassen.

Autoren wird im Allgemeinen nachgesagt, dass Sie zu übermäßigem Alkoholgenuss tendieren. Das Bild des Drehbuchautors, der nicht mit Kritik umgehen kann und seinen Unmut darüber im Alkohol ertränkt, ist zwar logischerweise nur ein weiteres Stereotyp, aber dennoch sollten Sie im Vorfeld überprüfen, ob Sie auch wirklich kritikfähig genug sind, um in der Branche zu bestehen.
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Der Herzensstoff

Der letzte Punkt, der Drehbuchautoren gerne mal an den Rand des Wahnsinns treibt, ist das Herzblut, das an dem Stoff hängt. Wirklich kein Beteiligter am Film – in der Regel nicht einmal der Hauptdarsteller (sorry, ihr Schauspieler) – verbringt derartig viel Zeit mit den Figuren und der Geschichte, wie der Drehbuchautor. Gerade wenn es sich um einen Stoff handelt, der autobiografisch angehaucht ist oder mit dem der Drehbuchautor eine besondere Situation aus seinem Leben verarbeitet hat, können viel Frust und Kummer auftreten. Dies hat für gewöhnlich zwei Ursachen:

Wünsche der Entscheidungsträger

Wie wir Ihnen schon aufgezeigt haben, müssen manchmal aus finanziellen Gründen gewisse Entscheidungen getroffen werden. Das endgültige Drehbuch wird nur selten so werden, wie Sie es ursprünglich schreiben wollten. Haben Sie nun also einen Stoff, den Sie genau so und nicht anders umgesetzt haben möchten, weil er Ihnen besonders am Herzen liegt, wird es schwer, auf die Wünsche der Entscheidungsträger einzugehen.

Viele Köche verderben den Brei!

Selbstverständlich dürfen Sie auf keinen Fall grundlegende Elemente in keinem Ihrer Drehbücher über den Haufen werfen, nur weil jemand aus persönlichen Präferenzen heraus meint, es müsste so oder so gemacht werden. Anhören müssen Sie sich die Einwände aber. Nach einer Prüfungsphase können Sie noch immer diplomatisch erklären, warum die Änderungen nicht umsetzbar sind. Manchmal müssen Sie aber beim Prüfen auch erkennen, dass die Kritik Hand und Fuß hat und Sie die Änderung einbauen müssen. Bei Herzensstoffen fällt das mitunter schwer.

Der Film liegt nicht mehr in Ihrer Hand

Dieser Punkt ist wirklich haarig. Sie haben viel Zeit mit Ihren Figuren und Ihrer Geschichte verbracht und Ihr Herz hängt an dem Drehbuch, das genau so, wie Sie es wollten, abgenommen worden ist. Dennoch liegt die audiovisuelle Umsetzung nun in den Händen anderer.

Aus einem schlechten Drehbuch wird immer ein schlechter Film. Leider kann aber manchmal auch aus einem guten Drehbuch ein schlechter Film werden.

Sie bekommen nun Monate später eine DVD mit der fertigen Filmfassung zugeschickt. Frustriert müssen Sie feststellen, dass der Regisseur Ihr Drehbuch komplett anders umgesetzt hat, als Sie es im Kopf hatten. Dies kann Ihnen mitunter ganz gehörig den Tag versauen, wenn Ihr gesamtes Herzblut an diesem Stoff hing. Leider sind Ihnen bei der Umsetzung allerdings die Hände gebunden. Hinterfragen Sie sich also lieber im Vorfeld, nicht dass eine schlechte Umsetzung Ihres guten Drehbuchs Sie in eine Krise stürzt.

Fazit

Verstehen Sie uns nicht falsch! Ein Drehbuch zu schreiben ist trotz allem etwas wirklich Wunderbares. Dennoch gibt es einige Autoren, die sich diese drei Fragen im Vorfeld nicht gestellt haben, und die Ihren Traum nur so lange gelebt haben, bis das böse Erwachen kam. Dazu muss es aber nicht kommen. Je beherzter Sie diese Ratschläge befolgen, desto erfreulicher wird Ihre Karriere als Drehbuchautor verlaufen.

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NEU: Wir beschäftigen uns auch mit der Frage,
ob wirklich jeder ein gutes Drehbuch schreiben kann?

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