Die Königsdisziplin: Der Dialog im Drehbuch

Die Königsdisziplin: Der Dialog im Drehbuch

Gute Dialoge zu schreiben ist nicht leicht. Tatsächlich wird dies gerne auch als die Königsdisziplin beim Drehbuchschreiben angesehen. Langweilige und unglaubwürdige Dialoge können die spannendsten Geschichten zerstören, während besonders gut geschriebene Passagen in unserer Popkultur schnell zu geflügelten Wörtern werden können. Denken Sie nur an Klassiker, wie „Luke, ich bin dein Vater.“ oder „Ich mache dir ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst.“ – wir sind sicher, Sie haben die Filme dahinter längst erkannt.

Bildsprache ist besser als gesprochene Sprache

Eine der Kardinalsregeln beim Dialoge schreiben ist es, immer genau zu überprüfen, ob das Gesagte es auch wirklich wert ist, ausgesprochen zu werden. Alles, was man im Film nämlich auch mit Bildern sagen kann, sollte auch auf diese Weise dem Zuschauer übermittelt werden. Wirklich fürchterlich sind Filme, die diese Regel nicht nur brechen, sondern sogar mit Füßen treten. Fangen die Charaktere nämlich an, offensichtliche Dinge noch auszusprechen, wird es so richtig holprig. Schließlich möchte auch der Zuschauer selbst ein paar Entdeckungen im Film machen und nicht alles auf dem Silbertablett serviert bekommen.

Dialoge übermitteln Informationen

Eine zentrale Funktion von Dialogen besteht darin, dass Sie dem Zuschauer Informationen übermitteln können. Dies sollte allerdings nicht plump erfolgen. Befinden wir uns beispielsweise in der Eröffnungsszene eines Films und sehen einen Mann und eine Frau, so möchten wir gerne wissen, in welcher Beziehung die beiden zueinanderstehen. Dialogzeilen wie „Ich freue mich, dass wir schon über zehn Jahre verheiratet sind und gemeinsame Kinder haben.“ übermitteln zwar Informationen, wirken aber sehr künstlich. Ein „Kannst du morgen die Kinder zur Schule bringen, Schatz?“ gibt dem Zuschauer exakt die gleichen Informationen. In einer begleitenden Kameraeinstellung kann ein Zuschauer per Bildsprache Eheringe an den Fingern der Figuren erkennen und schon fügen sich diese Hintergrundinformationen wesentlich dynamischer in den Film ein.

Figuren verhalten sich, wie normale Menschen es auch tun würden. Daher merken Zuschauer es sofort, wenn sie holprige Sätze in den Mund gelegt bekommen.

Das Vokabular der Figuren

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So wie im echten Leben auch, hat jeder Mensch ein eigenes Vokabular, das ihn auszeichnet. Bei der Entwicklung Ihrer Figuren sollten Sie daher auch ein genaues Bild davon haben, wie Ihre Figuren sprechen. Lange oder kurze Sätze? Einfaches oder elaboriertes Vokabular? Wenn alle Figuren in Ihrem Film so sprechen würden, wie Sie es selbst machen, werden die Dialoge nur wenig Überzeugungskraft besitzen. Auch ein Professor, der Straßenslang spricht, kann zwar in gewissen Situationen ein nettes und witziges Stilmittel sein, ist aber in ernsten Filmen sicherlich hochgradig unglaubwürdig.

Jeder hat eine andere Art und Weise, um sich auszudrücken. Dies sagt wiederum auch immer etwas über den Sprecher aus. Entwickeln Sie ein Gefühl dafür, wie Menschen sprechen!

Nichts als die Wahrheit?

Zu guter Letzt sollte Ihnen auch klar sein, dass Menschen selten die Wahrheit sagen. Vielmehr sagen wir oft das, was man von uns erwartet, oder von dem wir denken, dass unser Gesprächspartner es hören möchte. Dies sollten Sie auch immer beim Dialoge schreiben im Hinterkopf behalten. Schließlich werden auch Ihre Figuren – gerade in Konfliktsituationen – nicht immer die Wahrheit sagen, sondern hier und da zu kleinen oder großen Lügen greifen.

Die Kunst des Dialoge Schreibens

Zu lernen, wie man verdammt gute Dialoge schreibt, nimmt viel Zeit in Anspruch. Das Schöne am Drehbuchschreiben ist aber, dass Sie jeden Dialog immer wieder aufs Neue bearbeiten können und so lange verfeiern können, bis er punktgenau sitzt. Die hier aufgeführten Tipps stellen dabei eine solide Grundlage dar. Weil das Schreiben von lebendigen Dialogen allerdings ein solch schwieriges Unterfangen ist, widmen wir uns in unserem kostenlosen Newsletter-Crashkurs noch einmal gesondert dieser Thematik. Sie finden außerdem im Rahmen unseres E-Books ein eigenes Kapitel über Dialoge.

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NEU: Wir beschäftigen uns auch mit der Frage,
ob wirklich jeder ein gutes Drehbuch schreiben kann?

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