Buch schreiben lernen: Wie schreibe ich ein Buch?

Buch schreiben lernen: Wie schreibe ich ein Buch?

Wer hat nicht schon davon geträumt, mal ein eigenes Buch zu schreiben? Manche habe das auch mehr oder weniger erfolgreich umgesetzt. Prominente lassen allerdings meistens für sich schreiben und steuern nur die Themen dazu bei. Selbst ein Buch zu schreiben ist daher weitaus komplizierter und erfordert einige essentielle Voraussetzungen. Hier finden Sie wichtige Anhaltspunkte für das Schreiben eines Buches.

1. Am Anfang war die Idee

Ich glaube ich schreibe mal ein Buch!


So oder so ähnlich geht es vielen Menschen, die meist in einem Anflug emotionaler Euphorie der Meinung sind, uns – der Welt da draußen – ihre Gedanken mitzuteilen.

Dagegen ist auch gar nichts einzuwenden, sofern Derjenige sich wirklich Gedanken gemacht hat und eine aussagekräftige Idee vorzuweisen hat.

Aus einer Idee entspringt letztendlich ein Buch. Sie ist der Ursprung und die Grundlage. Ohne sie geht es nicht. Ein Buch ohne Idee wird niemals einen Abnehmer finden – weder einen Verlag noch einen Käufer.

Ein gute Idee für ein Buch enthält:

  • einen Hauptkonflikt – Was ist der Reiz der Geschichte? Worum geht es grundsätzlich? Was birgt den meisten “Sprengstoff”?
  • die Hauptcharaktere – Welche Personen spielen eine Schlüsselrolle? Wer sind die handelnden Hauptpersonen? Welche möglichen Konflikte treten zwischen Ihnen auf?
  • der Ort – Wo soll die Handlung spielen? Welche Eigenheiten hat die Umgebung? Was ist markant?
  • der Hintergrund – Ist die Geschichte frei erfundne? Ist es eine Autobiographie? Beruht es auf einer wahren Begebenheit?
  • der Spannungsbogen – Wie wird der Leser in der Geschichte geleitet? Wo sind die Höhepunkte? Welche Wendepunkte gibt es? Wie wird beim Leser Spannung erzeugt?

Alle diese Punkte sollten vor dem eigentlichen Schreiben ausreichend durchleichtet werden. Sonst kann es zu Schreibblockaden aufgrund eines unzureichend vorhandener Substanz kommen.

2. In der Struktur liegt der Erfolg

Wie bei vielen Dingen im Leben, geht es auch beim Schreiben eines Buches nicht ohne Struktur. Einen Ordnung der Gedanken und Ideen/Themen, die in Ihren Buch zwingend abgehandelt werden sollen ist sehr wichtig, da es sonst zu Gedankenbrüchen und Missverständnissen innerhalb des Buches kommen kann.

Die Hauptcharaktere und Konflikte sollten dem Autor wenigstens im Groben “vor Augen” sein.

Fertigen Sie beispielsweise folgende Planungshilfen an:

  • chronologischer zietlicher Ablauf einer Geschichte – beispielsweise bei: historische Abhandlungen/Romanen
  • Exposé – Zusammenfassung der Grundhandlung inklsuvie handelnder Personen
  • Storyboard – ähnlich wie bei der Erstellung eines Drehbuchs, kann auch hier bildhaft die Handlung/Personen mit ihren Konflikten zusammengefasst werden – dadurch erhält man eine gute Übersicht
  • Software – es gibt Software, die ihnen bei der Erstellung eines Buches hilft und somit auch bei der Strukturierung helfen kann

Die Planung und Strukturierung eines Buches gehört zu den Grundpfeilern beim Schreiben. Ein schlecht geplantes Buch birgt die Gefahr nicht abgeschlossen zu werden. Der Autor könnte sich in seinen eigenen Gedanken verirren und in einem Sumpf der “gedanklichen Unordnung” versinken.

Es ist zudem enrom wichtig, dass Sie das Buch grob einen Genre oder einen bestimmten Thematik zuordnen können. Das macht es später auch einfacher, das Manuskript einen Verlag anzubieten.

3. Die Hauptarbeit – das Schreiben

Wenn nun alle Vorbereitungen abgeschlossen sind – von der Ideefindung bis zur Strukturierung und Planung – kommt es zum eigentlichen Schreiben.

Viele unerfahrene Autoren erliegen der Vorstellung, dass sie ihr Werk von Anfang bis Ende ohne Unterbrechung aufschreiben könnten. Mal abgesehen vom Schlafen. Davon sollten Sie sich allerdings verabschieden.

Beim schreiben kann es zum Beispiel vorkommen, dass der Autor sich nach einigen Seiten fragt:

Ist das überhaupt so interessant? Kann ich das so schreiben? Will das überhaupt jemand lesen?

Das ist vollkommen normal.

Zumal Sie sich diese Fragen bereits im Voraus stellen sollten, bevor Sie sich an die Arbeit machen.

Auch sogenannte Schreibblockaden gehören zum Alltag von Autoren. In einem solchen Fall, sollten Sie zunächst einmal völlig abschalten und sich auch mal anderen Dingen zuwenden.

Sammeln Sie Kräfte und anschließend entscheiden Sie, ob es Sinn macht, an dem Buch weiter zu arbeiten oder nicht.

Folgende Punkte sollten Sie beim Schreiben des Buches beachten:

  • die Niederschrift kann von mehreren Tagen bis Jahre dauern – abhängig von Umfang und Art der Umsetzung (Zeitansatz)
  • es bleibt nicht bei der 1. Fassung eines Buches
  • Überarbeiten von einzelnen Abschnitten oder Kapitel ist wichtig und bleibt nicht aus
  • lassen Sie Angehörigen/Verwandte und andere Vertrauenspersonen das Werk oder einzelnen Kapitel des Buches lesen – so erhalten Sie ein wichtiges Feedback, mit dem Sie auch wegweisende Änderungen umsetzen können
  • lassen Sie sich von negativen Kritiken/Einwänden der Probeleser nicht entmutigen – nutzen Sie die Kritiken als positive Anhaltspunkte – besesr im Voraus Kritik einstecken, als nach der Veröffentlichung von einem großen Publikum ohne die schnelle Möglichkeit der Änderung

Schreiben Sie also nach und nach Ihr Werk bis zum Abschluss der Geschichte. Setzen Sie sich zeitlich nicht zu sehr unter Druck, aber bleiben Sie “am Ball”.

4. Überarbeitung und Veröffentlichung

Wenn Sie es nun geschafft haben, den gesamten Inhalt nieder zu schreiben, so könnte man meinen, dass Sie nun am Ziel sind.

Im Grunde genommen, haben Sie damit auch Recht. Denn immerhin haben Sie den Großteil der Arbeit bereits erledigt: Sie haben das eigentliche Werk geschrieben.

Doch auch wenn Sie es bis dahin sicherlich mehrmals überarbeitet oder von anderen Personen quer lesen haben lassen, müssen Sie selbst noch einmal Einiges überprüfen.

Dazu gehört:

  • die Stimmigkeit der Handlung – Gibt es eventuelle Handlungsbrüche oder Unstimmigkeiten bei den Charakteren? Ist ein roter Faden zu erkennen?
  • die Einteilung – Ist der Inhalt in logischer Abschnitte und Kapitel geordnet?
  • Rechtschreibung/Grammatik/Ausdruck – Unterziehen Sie das Buch einen gründlichen Rechtschreib- und Grammatikprüfung. Passt die sprachliche Ausgestaltung (Ausdruck) zur Grundaussage des Werkes?

Ist auch diese Phase abgeschlossen, sind sie an den Punkt angekommen, in dem aus Ihrer Idee für ein Buch ein fertiges Manuskript geworden ist.

Der Kampf um die Veröffentlichung

Mit diesem Manuskript können Sie nun an Verlage herantreten und diese von Ihrem Werk überzeugen.

Wenn Sie eine Thematik gewählt haben, die eine gewisse “Brisanz” birgt, so werden Sie schnell den einen oder andreen Abnehmer finden. Haben Sie allerdings eine Thematik gewählt, die schon sehr oft publiziert wurde, müssen Sie harte Überzeugnungsarbeit leisten.

Sie müssen Marketing für Ihre Idee machen, ja regelrecht kämpfen, denn sonst werden Sie eher vertröstet oder gänzlich abgelehnt.

Machen Sie den Verleger klar, dass Ihr Buch eine Seite des Themas bauf eine Art und Weise beleuchtet, wie es noch kein Autor zuvor gemacht hat.

Haben Sie den Verleger überzeugen können, müssen Sie unter Umständen noch mit einigen Änderungen von Seiten des Verlages rechnen.

Das kann den Titel, Teilpassagen der Handlung oder nur Personen betreffen. Sie müssen nun entschieden, inwieweit Sie sich auf diese Änderungen einlassen oder nicht.

Bestehen Sie nicht immer bis ins kleinste Detail auf die Übernahme Ihrer Formulierungen, so gefährden Sie unter Umständen die Publikation Ihres Werkes. Solange Sie persönlich mit der Umsetzung leben können und sich anschließend noch im “Spiegel betrachten können”, sind derlei Änderungen zuträglich.

Aber verkaufen Sie niemals Ihre eigentliche Intention, nur damit Ihr Buch überhaupt veröffentlicht wird.

Falls Sie allerdings keinen Verlag finden sollten, der Ihre Idee zufriedenstellend umsetzen will, bleibt immernoch die Veröffentlichung auf eigene Faust, was allerdings sehr viel schwieriger zu bewerkstelligen ist und einen hohen persönlichen Aufwand voraussetzt.

So können Sie zum Beispiel:

  • bei einer Literaturagentur anfragen
  • das Buch vollkommen selbst verlegen (Self-Publishing)

Dadurch ist man zwar um einiges flexibler aber muss wesentlich mehr eigene materielle Mittel investieren, ganz zu schweigen von der eigentlichen psychischen Belastung.

Es ist daher zum Empfehlen, den Weg zur Veröffentlichung des eigenen Buches über den Verlag zu gehen.

Wir hoffen, dass Ihnen unsere Ideen und Anhaltspunkte weitergeholfen haben.

Möchten Sie das Drehbuchschreiben erlernen?

Vor kurzem hat uns ein Kommentar erreicht, den wir Ihnen nicht vorenthalten möchten:

Hallo Tom,

hier kommt mein Kommentar zu deinem E-Book “Vom Kopfkino zum Drehbuch“.

Jeder Schriftsteller weiß, dass Lust und Fantasie nicht ausreichen, um einen Roman oder auch nur eine Kurzgeschichte zu schreiben. Schreiben ist zunächst mal ein Handwerk, das erlernt werden muss wie jedes andere Handwerk auch. Erst danach darf man den Kuss einer Muse erwarten.

Rainer Epbinder

Dr. Rainer Epbinder, Unterhaltungsautor und Werbetexter

Das gilt natürlich auch für das Drehbuchschreiben. Da fällt nichts vom Himmel, da muss – Talent hin, Talent her – zunächst das Handwerk erlernt und beherrscht werden. Wenn man noch Lehrling ist und irgendwann mal Meister werden will, guckt man sich gern an, was Fortgeschrittene über dieses Handwerk “Drehbuchschreiben” zu sagen haben. Ein sehr gutes Beispiel ist das E-Book “Vom Kopfkino zum Drehbuch” von Tom Schäfer und Kai Guballa. Es richtet sich an Lehrlinge, sprich Anfänger, die einfach wissen möchten, wie Drehbuchschreiben geht. Der Aufbau des Buches ist logisch. Die Autoren springen thematisch nicht hin und her, sondern erklären bausteinartig, wie man ein Drehbuch schreibt und es anschließend an den Produzenten bringt.

Das erkennt man schon am klipp und klar formulierten Inhaltsverzeichnis: Als Leser findet man dort viele Fragen, die man sich fast wörtlich gestellt hatte, bevor man das Buch kannte: “Wo fängt man bei einem Drehbuch am besten an?” “Was tun, wenn das Schreiben zur Qual wird und eine Blockade droht?” “Wie finde ich einen Produzenten?” usw. Mich interessierte immer schon, ob es eine Software für Drehbuchautoren gibt. Und siehe da: Auch zu diesem Thema gibt es wie gerufen passende Informationen und Tipps. Die Autoren verstehen es gut, sich in die Gedankenwelt eines Anfängers zu versetzen.

Sehr hilfreich sind auch die Übungsvorschläge nach jedem Kapitel. Deshalb wird das Buch nie zu theoretisch, sondern öffnet immer wieder die Tür zur Praxis. Die Autoren lassen den Leser zunächst träumen, wecken ihn dann jedoch auf und fordern ihn auf, seine Träume ordentlich zu Papier zu bringen.

Der Anhang mit einem Beispiel-Drehbuch rundet das Werk ab. Nicht weil das Drehbuch so vorbildhaft ist, sondern weil absichtlich Schwächen eingebaut sind, die der Leser entdecken und mit Hilfe von Testfragen analysieren soll. Eine exzellente Übung und tolle Idee der Autoren.

Ein deutschsprachiger Anfänger kommt an diesem Nachschlagewerk nicht vorbei. Auch im elektronischen Buchregal eines Profis macht es sich gut. Kein Fachchinesisch, kein Kauderwelsch, sondern klare, deutliche Sprache von Anfang bis Ende.

Weiterhin viel Erfolg und beste Grüße aus München!

Dr. Rainer Epbinder

Jetzt zum E-Book Vom Kopfkino zum Drehbuch
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