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Exposé, Treatment und Logline: Was Redaktionen zuerst lesen – mit Planer

Geprüft am 10.10.2026Lesezeit 4 Minuten3 Quellen
Inhalt dieser Seite
  1. Die Logline
  2. Das Exposé
  3. Das Treatment
  4. Die drei Formen im Vergleich
  5. Weitere Formen, die dir begegnen
  6. Und dann?
  7. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Logline: 1–2 Sätze mit Figur, Ziel, Gegenkraft, Einsatz. Exposé: 1–3 Seiten Prosa mit Ende. Treatment: 10–30 Seiten, Szene für Szene.
  • In Deutschland wird fast immer zuerst das Exposé verlangt – das Drehbuch erst auf Anfrage.
  • Alle drei im Präsens, ohne Dialog (außer einzelnen Zeilen), ohne Werbung in eigener Sache.
  • Der Planer unten baut aus fünf Angaben Logline und Drei-Akt-Gerüst.

Niemand in der Branche liest ein unverlangtes Drehbuch. Was gelesen wird, sind drei kürzere Formen: die Logline, das Exposé und – seltener – das Treatment. Sie entscheiden, ob jemand das Drehbuch überhaupt anfordert. Und sie sind, nebenbei, das beste Werkzeug für dich selbst, um zu prüfen, ob deine Geschichte steht.

Logline- und Drei-Akt-Planer

Fünf Angaben, und du hast eine Logline und ein Gerüst mit neun Stationen samt Seitenzahlen. Das ist kein fertiger Plot – es ist die Prüfung, ob deine Idee einen Film trägt.

Die Logline

Ein bis zwei Sätze, die den Film erzählen. Sie enthält vier Dinge: die Hauptfigur (mit dem, was sie auszeichnet), ihr Ziel, die Gegenkraft und den Einsatz. Kein Titel, keine Themen („ein Film über Vergebung“), keine Adjektive („ein packender Thriller“). Beispiele aus bekannten Filmen:

  • Ein Polizist aus New York, der sich mit seiner Frau versöhnen will, muss allein eine Geiselnahme in einem Hochhaus beenden – barfuß, ohne Verstärkung und mit seiner Frau unter den Geiseln. („Stirb langsam“)
  • Ein Clownfisch, der seinen Sohn nie aus den Augen lässt, muss den Ozean durchqueren, um ihn aus einem Aquarium zu retten – und dabei lernen, ihn loszulassen. („Findet Nemo“)

Die Logline ist der Satz, den du am Telefon, auf dem Festival und in der ersten Zeile des Anschreibens sagst. Wenn er nicht funktioniert, wird niemand weiterlesen – und du solltest nicht weiterschreiben, bis er funktioniert. Der Planer oben baut ihn aus deinen Angaben; danach formulierst du ihn um, bis er klingt.

Das Exposé

Ein bis drei Seiten Prosa, die die ganze Geschichte erzählen – mit Ende. Das ist der häufigste Anfängerfehler: Das Exposé hört bei „… und dann muss Lena eine Entscheidung treffen, die alles verändert“ auf, um nicht zu spoilern. Redakteure wollen gespoilert werden; sie beurteilen, ob der Schluss trägt. Aufbau:

  1. Kopf: Titel, Genre, geplante Länge, dein Name und Kontakt.
  2. Logline als erster Absatz.
  3. Erster Akt: Figur, Welt, Mangel, auslösendes Ereignis, Plot Point 1 – ein bis zwei Absätze.
  4. Zweiter Akt: die Hauptstationen, Mittelpunkt, Tiefpunkt, Plot Point 2 – zwei bis vier Absätze. Nebenhandlungen nur, wenn sie für das Ende nötig sind.
  5. Dritter Akt: Höhepunkt und Auflösung – ein Absatz. Das Ende steht da.
  6. Optional ein kurzer Absatz: Was ist der Kern, warum dieser Film jetzt? Keine Selbstanpreisung.

Stil: Präsens, dritte Person, klare Sätze, Figurennamen beim ersten Auftritt in Großbuchstaben. Kein Dialog, höchstens ein einzelner Satz, wenn er den Ton setzt. Das Exposé ist kein Werbetext, sondern eine Erzählung – der Leser soll den Film vor sich sehen.

Das Treatment

Zehn bis dreißig Seiten, die die Geschichte Szene für Szene erzählen, in Prosa, im Präsens, mit allen Figuren und Wendungen, aber ohne Dialog. Treatments werden in Deutschland meist nach dem Exposé verlangt, wenn eine Redaktion oder Produktion Interesse zeigt, und sind oft Gegenstand des ersten Vertrags (Treatment-Vertrag, dann Drehbuch-Vertrag). Für dich selbst ist das Treatment die Prüfung des zweiten Akts: Hier zeigt sich, ob zwischen Plot Point 1 und Mittelpunkt wirklich zwanzig Minuten Geschichte liegen oder nur fünf. Viele Autoren schreiben das Treatment als ausführliche Szenenliste – jede Szene ein Absatz mit Ort, Figuren, was passiert, was sich ändert.

Die drei Formen im Vergleich

LoglineExposéTreatment
Länge1–2 Sätze1–3 Seiten10–30 Seiten
ZweckInteresse wecken, Idee prüfenGeschichte beurteilen lassenStruktur und Szenen festlegen; Vertragsgrundlage
Wer liest esAlle, zuerstRedaktion, Produktion, WettbewerbeRedaktion nach Zusage, Dramaturgen, Förderung
EnthältFigur, Ziel, Gegenkraft, EinsatzGanze Handlung mit EndeAlle Szenen, alle Figuren, alle Wendungen
Dialogneinhöchstens ein Satzeinzelne Zeilen, wenn prägend
Wird bezahltneinseltenoft (Treatment-Vertrag)

Weitere Formen, die dir begegnen

  • Pitch: die mündliche Vorstellung, zwei bis fünf Minuten, auf Festivals und Pitching-Veranstaltungen. Logline plus die zwei besten Wendungen plus warum du.
  • One-Pager: Exposé auf genau einer Seite, oft für Wettbewerbe und Förderanträge verlangt.
  • Serienkonzept / Bibel: bei Serien Welt, Figuren, Staffelbogen und Episodenübersicht, 10 bis 40 Seiten.
  • Step Outline / Szenenliste: die reine Liste der Szenen, Arbeitsdokument für dich, nicht zum Verschicken.

Und dann?

Mit Logline und Exposé bist du bereit, Redaktionen und Produktionsfirmen anzusprechen – wie, steht unter Drehbuch einreichen. Vorher lohnt sich der Blick auf So entsteht ein Drehbuch, damit du weißt, was nach einer Zusage passiert (Option, Treatment-Vertrag, Fassungen), und auf Drehbuch schützen, bevor das Exposé das Haus verlässt.

Häufige Fragen

Soll ich zuerst das Drehbuch oder das Exposé schreiben?

Das Exposé – für dich selbst als Prüfung und weil Redaktionen es zuerst verlangen. Ein fertiges Drehbuch schadet nicht (es beweist, dass du schreiben kannst), aber es wird selten als Erstes gelesen.

Wie lang ist ein Exposé?

Ein bis drei Seiten, bei Serien bis fünf. Länger liest niemand; kürzer lässt die Geschichte nicht erkennen. Viele Wettbewerbe und Sender verlangen genau eine Seite.

Darf ich das Ende im Exposé verraten?

Du musst. Das Exposé ist kein Klappentext, sondern die Grundlage, auf der jemand entscheidet, ob die Geschichte funktioniert – und das zeigt sich am Ende.

Quellen

  1. Das Erste: Drehbücher und Stoffangebote – Hinweise für Autorinnen und Autoren – https://www.daserste.de/specials/service/drehbuecher-stoffangebote-100.html (abgerufen 10.10.2026)
  2. Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) – https://www.vdd-ev.de/ (abgerufen 10.10.2026)
  3. Field, Syd: Das Drehbuch. Die Grundlagen des Drehbuchschreibens. Autorenhaus Verlag (dt. Ausgabe) – https://www.autorenhaus.de/ (abgerufen 10.10.2026)
Redaktion Drehbuchschreiben.org (Tom Schäfer, Mitautor von „Vom Kopfkino zum Drehbuch“). Vollständig neu geschrieben und geprüft am 10.10.2026. Angaben zu Verträgen und Honoraren ohne Gewähr.

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